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Allgäu Rugby

Die Rugby-Mannschaft aus Kempten im Allgäu

Rugby - Eine kurze Erklärung 

Der Clint Eastwood-Film `Invictus` zeigt die Höhepunkte Nelson Mandelas Wegs, indem er mithalf, mittels der Sportart Rugby, die Ethnien in Südafrika in den frühen 1990er Jahren zu verbinden. Er drängte sie dazu, sich für die und hinter der Nationalmannschaft, der Springboks, zu vereinen.
Ein weißer Sicherheitsbeauftragter im Präsidentenamt Mandelas versuchte, Rugby seinem neuen schwarzen Kollegen wie folgt zu erklären:


"Fußball ist ein Gentleman-Spiel das durch Hooligans gespielt wird,

während Rugby ein Hooligans-Spiel ist das von Gentleman gespielt wird."

Dieser sehr alte Witz spiegelt die Art wieder, wie die obersten und untersten sozialen Klassen Englands mit unterschiedlichen Regeln, verbunden werden konnten.

Rugby war lange Zeit hauptsächlich ein Amateursport, der die Bezahlung  professioneller Spieler erst seit den 1990er Jahren erlaubt.

Er hat seinen Namen von der Privatschule in den englischen Midlands, wo im Jahre 1823 William Webb Ellis den Fußball aufnahm und mit ihm lief, "mit einer nur feinen Missachtung der Fußballregeln, wie in seiner Zeit üblich. " Tatsächlich war das mit den damaligen Regeln nicht verboten.

Die erste Rugby-Weltmeisterschaft fand im Jahr 1987 statt und die Trophäe wurde nach dem  regelbrechenden britischen Schüler benannt – Webb Ellis Cup.


Wie funktioniert Rugby?

Im Rugby gibt es viele komplexe Regeln, obwohl sie in den letzten Jahren vereinfacht wurden. Einst gab es 498 Klauseln im Regelwerk!

Ungewöhnlich ist im Rugby die Bezeichnung ´Gesetz´ für Regeln. Im deutschen Sprachgebrauch wird zum Verständnis dennoch `Regeln` oder `laws` bevorzugt.
Im Grunde stehen sich zwei Teams von je 15 Spielern auf einem rechteckigen Feld mit H-förmigen Zielen an jedem Ende, gegenüber. Sie können den ovalen Ball nach hinten oder seitlich werfen und vorwärts tragen; sie können auch den Ball nach vorne kicken, wenn die Gefahr eines Ballverlustes besteht.

Die wichtigste und edelste Regel ist die, dass nur der Spieler mit dem Ball in Angriff genommen werden darf. Aufgehalten wird er mit den Armen und nur unterhalb des Halses. Spieler aus aller Welt halten an diesen drei Komponenten der Regel fest. Bei Nichtbeachtung kann der Spieler vom Platz geschickt werden, um eine Zeitstrafe auf einer hockeyähnlichen ´Strafbank´ abzusitzen. Spieler, die angegriffen und zu Boden gegangen sind, müssen den Ball wieder freigeben. Das führt zu den aufregendsten und unvorhersehbarsten Momenten im Rugby.

Es gibt vier Möglichkeiten zu Punkten:
• Ein Versuch oder `try` ist fünf Punkte wert;
sie werden erzielt, indem ein Spieler den ovalen Ball in der gegnerischen Endzone ablegt.
• Eine Erhöhung oder `conversion´ ist zwei Punkte wert;
ein Spieler erzielt die zusätzlichen Punkte nach einem Versuch dadurch, dass der den Ball aus einem T-Stück oder `tee` kickt. Er muss zwischen den Pfosten durch und über den Querbalken fliegen.Der Kick wird von einem Punkt, senkrecht von der P
osition an dem der Ball abgelegt wurde, ausgeführt.
• Ein Strafkick oder ´penalty´ ist drei Punkte wert; er wird ebenfalls mit Hilfe eines T-Stücks ausgeführt und zwar nachdem ein
 Spieler des anderen Teams etwas Unkorrektes getan hat.
• Ein `drop-kick´ ist drei Punkte wert;  der Spieler mit dem Ball kickt den Ball aus dem Spiel heraus zwischen die Pfosten. Es muss 
ein richtiger drop-kick sein, kein Abschlag.

Spiele bestehen aus zwei 40-minütigen Hälften mit einer Halbzeitpause.

Für kleinere Probleme oder Regelwidrigkeiten, formen die acht Stämmigen vorne in jedem Team eine Aktion die sich Gedränge nennt, oder auch `scrum´. Die Teams stehen sich dann, in einer Keilbildung und vorne übergebeugt, gegenüber und versuchen den, von der Seite am Boden, eingeworfenen Ball mit den Füßen zu erreichen und ihn nach hinten zu den eigenen restlichen Spielern rollen zu lassen.

Das Wort `Gedränge` wurde durch den Einsatz in der Umgangssprache insofern beschädigt, als dass es nunmehr ein unkoordiniertes Durcheinander ausdrückt - ein wahres Gedränge ist also sehr ordentlich ;)

Eine Gasse, oder ´line-out´, wird dann durchgeführt, wenn der Ball im Aus gelandet ist. Eine Gruppe Spieler stehen hierbei, einer Gasse optisch ähnlich, in einer Linie der anderen Mannschaft gegenüber und leisten dem eigenen Spieler, welcher hochspringt um den Ball zu fangen, der seitlich eingeworfen wird, Hilfestellung.

Das alles ist Rugby Union.

Es gibt auch eine Sieben-Spieler-Version die auf dem gleichen Feld gespielt wird. Eine internationale Serie mit den Top-Teams in der Welt findet jedes Jahr statt.
Rugby-Union-Siebener tritt seit den olympischen Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro als olympische Sportart auf!